Archiv vom Juli, 2011:
Gott des Gemetzels
Mit pointierten Dialogen, diabolischem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit spießt die französische Autorin in ihrem Stück die moderne bürgerliche Gesellschaft auf und versteht es mit schneidender Rhetorik die Grenzen zwischen Zivilisation und Barbarei zu verwischen und zu zeigen, dass es nicht viel braucht, um aus einem Kaffeekränzchen eine Saalschlacht zu machen.
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Propaganda – Unser Wort Möge dereinst aus unseren Gebeinen ein Rächer entstehen Vor Jahrzehnten verbot man uns das Wort Und unser Zeichen auf die Straße zu tragen Ich erinnere mich an manche Saalschlacht So viele Kameraden wurden erschlagen Ihr Opfer soll nie vergeben sein, erkennst auch Du die Pflicht Die Orden konnte man uns nehmen Unsere Ehre, unsere Treue bekommen sie nicht Meinungsfreiheit wird belohnt Mit Hausdurchsuchung und Berufsverbot Sie scheuen die verbale Konfrontation Die Volksverräter, sie wanken schon Und täglich wird das Volk umerzogen In Schulen werden unsere Kinder belogen Das ist der Plan, den sie töglich anstreben Für die Wahrheit zu kämpfen ist unser Leben Unsere Farben, ein Kreuz Eine Fahne darunter ganz Europa vereint Ein Schwur, ein Wille Eine Nation, die zu ihren Bräuchen steht Der Hass, die Rache Für die Schmach, die man mir und meinem Volk antut Der Glaube, die Hoffnung Das wir einst wieder in Freiheit leben Hochmut kommt vor dem Fall Plagt euch kein schlechtes Gewissen Unser freies Wort bleibt ungebrochen Dem Maulkorb haben wir abgerissen Kapital lenkt Menscheressourcen Willenlose Marionetten Wir sagen nein, hört uhr uns schreien Freie Deutsche wollen wir sein!
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